Camino del Norte – Wie alles begann…

Vor etwa 10 Jahren ist die Idee entstanden. Warum weiß ich gar nicht mehr so genau. Aber irgendwie hat mich dieser Wunsch schon eine ganze Weile begleitet. 2012 hatte ich sogar schon einmal angefangen Reiseführer und Internetseiten zu wälzen, meine Route zu planen… Aber irgendwas kam dann wieder dazwischen. Wie das immer so ist. Nun aber. 2016, das Jahr, an dessen Vorletzem Tag ich 30 werde. Quasi mein letztes Jahr als „noch nicht so richtig Erwachsene“- zumindest in meiner eigenen Wahrnehmung. Erst war es so ein flüchtiger Gedanke… „Die Liste der Dinge, die ich tun will, bevor ich 30 bin“ – Besonders viel ist mir gar nicht eingefallen. Aber der Jakobsweg hat mich nicht losgelassen. Und so stand mein Entschluss irgendwann im Herbst 2015 fest: Ich werde den Jakobsweg laufen. Und dass, BEVOR ich 30 werde. Am 8. April 2016 ging es dann los.

Warum der Küstenweg?

Ich habe mich, entgegen meinem Wunsch der letzten 10 Jahre, gegen den klassischen Jakobsweg und für den Küstenweg entschieden. Warum? Einfach weil ich überhaupt keine Lust auf den häufig beschriebenen Wettkampf um Herbergsplätze und Großgruppenwandern hatte und habe. Der Camino del Norte ist der drittbeliebteste Jakobsweg, d.h. nur etwa 10% aller Pilger entscheiden sich für den Küstenweg. Ich habe mich außerdem für die Nebensaison entschieden, im April und Mai ist noch nicht so viel los, und es gibt viele Etappen, auf denen man seine Ruhe hat (wenn man sie sucht).

Das hat den Nachteil, dass das Herbegrsnetz und auch sonstige Infrastruktur wie Einkaufsmöglichkeiten oder Bars nicht so zahlreich sind. Aber wir bewegen uns ja in Europa, da ist auch ein dünneres Netz an Versorgungsmöglichkeiten noch nicht so richtig dünn…

Woran muss ich denken? – Die Vorbereitungen

1. Ausrüstung

Für mich war die wichtigste Vorbereitung das Besorgen einer „vernünftigen“ Ausstattung. D.h. Schuhe, Schlafsack, Rucksack, und viele viele Kleinigkeiten habe ich in den Monaten vor meinem Aufbruch angeschafft, getestet, eingelaufen und ausprobiert. Meine genaue Ausrüstung werde ich an anderer Stelle noch einmal präsentieren (und dann auch hier verlinken)…

2. Kondition

Außerdem war es mir wichtig, Vertrauen in meine eigene Kondition zu haben. Wer mich kennt, weiß, dass ich relativ unsportlich bin und nicht so aussehe, als würde ich „mal eben“ 4 Wochen lang durch Spanien laufen können. Im Vorfeld meiner Wanderung bin ich also an den Wochenenden in meinen neuen Schuhe losgestiefelt, und habe quasi ein bisschen wandern „geübt“.

3. Freie Zeit organisieren

Eigentlich war das für mich Schritt 1 der Planung. Ich habe mit meiner Chefin gesprochen, die hat mit dem Geschäftsführer gesprochen, dann wurde im Team gesprochen (ja, Sozialarbeiter neigen dazu sehr viel zu sprechen) und schließlich durfte ich 4 Wochen Urlaub am Stück nehmen. 4 Wochen sind eigentlich zu kurz. Das wusste ich auch schon vorher, und habe es bei meiner Routenplanung berücksichtigt.

4. Die An- und Abreise organisieren

Ich wollte gerne „am Anfang“ starten. Auch wenn es eigentlich gar keinen richtigen Anfangspunkt gibt. Theoretisch hätte ich auch hier vor meiner Tür in Hamburg starten können, aber das war, mit Blick auf meine 4 Wochen Urlaub, dann doch ein bisschen lang. Also habe ich mich für Irun entschieden. Einen Flug dort hin gebucht (mit tausend Mal umsteigen von Hamburg nach London, von London nach Madrid und dann schließlich von Madrid nach Irun (Praktischerweise liegt der Flughafen San Sebastian nämlich in Irun…)

Für die Rückreise habe ich es mir einfach gemacht: Da klar war, dass ich nicht in Santiago de Compostela ankommen werde (da die Zeit zu kurz ist), habe ich einfach nur einen Rückflug von Madrid nach Hamburg gebucht und mich darauf verlassen, von wo auch immer ich am Ende meiner Zeit angekommen sein werde, einen Bus in die spanische Hauptstadt zu bekommen. Das Busnetz in Spanien ist, im Gegensatz zum Schienennetz sehr gut ausgebaut. Nahezu aus jedem Dorf fahren Alsa-Busse, die Fahrpläne gibt es online, Tickets kann man auch direkt beim Busfahrer kaufen.


(Zusatzbemerkung am Rande: ich habe meinen Blog stark vernachlässigt und werde nun, Stück für Stück ein paar Eindrücke meines Weges hier veröffentlichen. Dank der Technik kann ich dabei eine kleine Zeitreise machen, eigentlich haben wir nämlich nun schon 2017, aber ich veröffentliche die Artikel zu den Daten, zu denen sie eigentlich gehören.. 😉 )


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