A Weekend in the City: London

Gefühlt war es eine Ewigkeit her, in Wirklichkeit nur 10 Monate, seit ich das letzte Mal in London war.

London ist für mich ein bisschen zweite Heimat. Es ist die Stadt, in der ich das erste Mal „weit“ weg von zu Hause gelebt habe. In der ich das erste Mal „richtig“ gearbeitet habe. In der ich viele Nächte durchtanzt und viele Tränen vergossen habe. Wie das mit 19/20 eben so ist, wenn man gerade mit der Schule fertig ist und das erste Mal in der großen weiten Welt unterwegs. Außerdem ist London für mich die Stadt der Schuhe. Es vergeht kein Londonbesuch, an dem ich nicht mindestens mit einem neuen Paar neuer Schuhe wiederkome. So auch dieses Mal, aber dazu später.

Für gewöhnlich fliege ich nach London, um Freunde zu besuchen, und bekomme dabei gar nicht so richtig viel von London mit. Dieses Mal war das ein bisschen anders. Eine Freundin hatte mich im November 17 gefragt, ob ich Lust hätte mit ihr gemeinsam nach London zu fliegen, sie würde dort 1-2 Ausstellungen besuchen wollen. Naja und weil ich zu London nur selten nein sagen kann, sagte ich zu, ohne zu wissen, was für Ausstellungen wir denn anschauen würden.

So ging es auch direkt am Freitag los: Wir trafen uns in Heathrow (yay, Eurowings fliegt sowohl von Hamburg, als auch von Berlin mittlerweile nach Heathrow, endlich keine endlosen Busfahrten mehr von Luton oder Stansted…) und fuhren direkt zu unserer Unterkunft. Wir hatten über AirBnB ein Zimmer in einem Appartement gebucht, das wahrscheinlich eigens zu diesem Zweck angemietet/gekauft wurde (das hier ist es). Und trotz moralischer Gewissensbisse (Unterstützung der Gentrifizierung und so) war der Preis und die Lage so unschlagbar günstig, dass wir nciht anders konnten. Es war dann auch wirklich schön dort.

Auf jeden Fall ging es vom Appartment direkt weiter zum Barbican Centre, Londons  größtes Kultur- und Konferenzzentrum. Es liegt (wie unsere Unterkunft) im Osten von London und umfasst eine riesige Konzerthalle, zwei Theater, die Barbican Art Gallery, drei Kinos und sieben Konferenzsäle. Ich war vorher noch nie da, werde aber bei nächster Gelegenheit noch einmal hin fahren, die gewsamte Anlage sieht sehr spannend aus und wäre bei Tageslicht auch ein super Fotomotiv.

Dort besuchten wir Ausstellung Nummer 1: Jean-Michel Basquiat. „Boom for real“

Basquiat war ein New Yorker Graffiti/Streetart-Künstler und hat als erster Afroamaerikaner (sagt man das so?) Anerkennung in der (ja leider mehrheitlich weißen) Kunstwelt erfahren. Erstmals bekannt wurde er mit SAMOS (eine Abkürzung für „same old shit“). Am meisten beeindruckt hat mich, dass Basquiat so unglaublich jung schon so erfolgreich und bekannt war. Er ist Ende der 80er an einer Überdosis gestorben (und gehört damit natürlich zum Club 27). Vorher jedoch arbeitete er mit Andy Warhol zusammen , und hinterlässt eine unglaubliche Masse an Kunst, die in sich schon viel Provokation bereit hält. Seine Bilder sind chaotisch, oftmals tauchen in einer Arbeit viele verschiedene Themen auf, es wirkt einerseits überladen und dann doch wieder nicht.

Freitag Abend waren wir dann entsprechend erschöpft und haben uns nach den obligatorischen Fish&Chips ins Bett verkrochen um Kraft für Samstag zu sammeln, es sollte nämlich ein sehr anstrengender Tag werden:

Gestartet haben wir gemächlich mit traditionellem English Breakfast in Wanstead, einem beschaulichen Viertel im Norden-Osten. Dort habe ich mich mit Klaudi getroffen, einer Freundin, die mittlerweile mit Mann und Tochter in London lebt.

Gut gesättigt und damit gerüstet für den Tag, fing unsere Odysee an: Wir wollten Schuhe kaufen gehen, und fuhren, wie man das in London so macht, wenn man Schuhe kaufen möchte, zunächst nach Camden.

Als ich vor über 10 Jahren in Londoin gewohnt habe, war ich ständig in Camden, ich wohnte in der Nähe und in Camden konnte man gut weg gehen, gut shoppen (es gab und gibt die üblichen Londoner Schuhläden „schuh“, „office“, „size?“, „offspring“ und natürlich „Dr. Martens“)  und überhaupt war es dort sehr angenehm. Das hat sich leider geändert: Es war unglaublich voll. Also so richtig voll. Menschen- (und vorallem Touristen-) Massen schoben sich durch die High Street, die Läden waren voll und alles war sehr sehr anstrengend. Am Ende habe ich trotzdem zwei Paar wunderschöne Schuhe gekauft, wir sind dann allerdings ziemlich schnell wieder geflohen. Ins nächste Touri-Viertel nach Soho. Soho war vor 10 Jahren ziemlich ätzend, weil voll und überteuert. Das ist es vielleicht heute auch noch, allerdings waren am Samstag Nachmittag weitaus weniger Menschen dort, als in Camden und so haben wir unsere Schuodysee fortsetzen können. Am Ende des Tages hatten wir insgesamt 7 Paar Schuhe geshopped 😉 Das ist persönlicher Rekord und bedeutet für mich vor allem, dass es dieses Jahr keine neuen Schuhe mehr geben wird 😉

Samstag Abend gingen wir ins Kino Genesis (übrigens 2015 als bestes Kino in der UK ausgezeichnet) und guckten „The Post“ (zu deutsch „Die Verlegerin“) mit Meryl Streep. Der Film ist in Deutschland noch nicht angelaufen, daher verrate ich mal lieber nichts 😉

Am Sonntag stand als letzter Punkt ein Besuch der Hayward Gallery auf dem Plan. Dort stellt seit diesem Wochenende der deutsche Fotograf Andreas Gursky aus.

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